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  • Silke

Ungefragte Ratschläge

Wie es ist, ungefragt Ratschläge zu bekommen und welche Gefühle das in uns auslöst


Ich stand mit meiner Website und meinen Trainings noch ganz am Anfang. Eigentlich wollte ich aber gerade etwas ganz anderes machen.


Ich musste meine Finanzen durchgehen, Unterlagen ordnen, die Planung für die nächsten Wochen machen, E-Mails an Banken, Versicherungen schreiben ect. - ich denke, Du kennst das selber nur zu gut.


Selbst wenn man supergut organisiert ist, muss man manchmal ran an den Speck, und die Ärmel hochkrempeln und all diese eher lästigen Aufgaben bearbeiten.


Nun ging das aber gerade nicht, weil mir etwas quer hing und ich irgendwie richtig fiddelig war. Also machte ich genau das, das ich Euch auch im Umgang mit Gefühlen immer rate:


Einen Schritt zurücktreten und die Situation anschauen. Ein paar Atemzüge später, war mir klar, dass ich eigentlich ziemlich sauer war - und ich wusste auch im Grunde genommen gleich warum.


Aber wieder setzte meine alte Denkweise ein:


Mann! Stell' Dich nicht so an! Sei nicht sauer! War doch mit Sicherheit gut gemeint!


Worum ging es? Ja! Es ging um ungefragte Ratschläge. Und ein kleines bisschen auch um Mansplaining - das übrigens auch immer ungefragt kommt!


Kurz und knapp: eine gute Freundin hatte mir am Abend zuvor gesagt, dass sie ihrem Onkel von meiner Website erzählt hatte - und dass sie beide diese Website gemeinsame angesehen hätten. Meine Freundin war sehr zurückhaltend, aber ich fasste nach.


Was ich herausfand, war folgendes: ihr Onkel schaute sich die Website eine Stunde lang an und fand alle möglichen Dinge, die so nicht passten. Erläuterte und kritisierte.


Bei mir kam nur ein kleiner Teil an, da meine Freundin mir helfen wollte, aber sich auch nicht ganz wohl in ihrer Haut fühlte.


Aber der kleine Teil reichte eigentlich, dass ich mich gestern Abend ganz nervös und nicht besonders gut fühlte - und ich bereits im Gespräch das Gefühl hatte, mich verteidigen zu müssen!


Kennt Ihr diese Idiotie? Man steckt mitten in einer Sache, aber ist noch weit davon entfernt, fertig zu sein oder alles unter Dach und Fach zu haben.


Was passiert eigentlich, wenn man einen Ratschlag oder eine Meinung auf's Auge gedrückt bekommt, obwohl man eigentlich nicht darum gefragt hat? Vor allem wenn man - wie ich - noch gar nicht fertig mit seinem Projekt ist?

  1. Man fühlt sich überfahren und dumm. Und das löst Ärger aus.

  2. Man fühlt sich verunsichert, und man beginnt die Sache oder sich zu verteidigen.

  3. Und im schlimmsten Fall geht die ganze Energie, die in das Projekt oder die Sache fließen sollte, nun in Selbstzweifel und Grübelei über.

Ganz schlecht! So soll es nicht sein. Und so darf es nicht sein.


Und der ungefragten Ratschlag? Hilft mir dieser jetzt?


Überhaupt nicht! Ich weiß meistens genau, wo noch etwas fehlt oder noch etwas verbessert werden sollte.


Ich wurde in diesem Moment an die vielen Male erinnert, in denen ich bereits Ratschläge bekommen hatte. Und ich erinnerte mich auch daran, dass es keinen Sinn macht, sich dadurch beirren oder sich aus der Ruhe bringen zu lassen.


Ich stelle mir immer die Frage, warum mir jemand gerade einen ungefragten Ratschlag gibt.


Es gibt folgende Antworten:

  • die- oder derjenige hört sich gerne reden.

  • jemand hat eigentlich keine Ahnung, wer Du bist, wie Du Dich fühlst und was Deine Beweggründe sind, aber möchte doch so gerne helfen.

  • jemand hat eine überbordende Vorstellung von ihrem/seinen Expertenwissen und kommt nicht auf die Idee, dass nicht jedes Wissen auf jede Situation anwendbar ist.


Was ist eigentlich anders, wenn ich selber um einen Ratschlag frage?


Ich habe z.B. Freunde gefragt, ob ihnen meine Website (bleiben wir mal beim Thema) oder ein Artikel gefällt.


Oft ging es darum, ob sie etwas mit meinen Ideen anfangen konnten. Und ja, es war für mich auch wichtig, einfach Unterstützung zu finden.


Ich habe aber auch verschiedene Online-Trainings besucht, bei denen ich ganz spezifisch eine Expertin für ein bestimmtes Thema befragt habe. Und natürlich, war es meist so, dass meine Idee sich nicht immer als besonders gut herausstellte. Aber ich wollte es ja wissen!


Denn man lernt im Leben nur etwas, wenn man Dinge ausprobiert. Oder noch besser gesagt: ich kann mein Leben nur ändern, wenn ich bereit bin etwas Neues zu lernen.


In beiden Fällen habe ich um einen Ratschlag gebeten. Bei meinen Freunden hatte ich die Erwartung, etwas Zuspruch und Aufmunterung zu bekommen. Und meine Freunde haben mir genau das gegeben.


Bei den Expertinnen wollte ich eine reelle Antwort auf eine reelle Frage. Und auch hier wurden meine Erwartungen erfüllt.


Wie kannst Du selber mit einem ungefragten Ratschlag umgehen? Am besten bedankst Du Dich und behältst die Ruhe. Und hinterfrage immer, warum Dir jemand gerade einen Ratschlag gibt, also aus welchem Grund der Ratschlag gegeben wird.


Mein Fazit diesbezüglich?


Auf die meisten ungefragten Ratschläge kannst Du pfeifen! Sie gehen an der Sache vorbei - und manchmal will Dich auch nur jemand klein machen.


Und was machst Du, wenn Du selber das Verlangen verspürst, einen Ratschlag zu geben, obwohl Dich niemand gefragt hat?


Biete Deine Meinung an. Mache aber gleichzeitig klar, dass Du für den anderen da bist, egal wie die- oder derjenige sich entscheidet.


Und versuche auch immer im Auge zu haben, dass ein Ratschlag nicht alles infrage stellen sollte, was die andere/ der andere gerade macht oder gemacht hat.


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